viva therapie - Hilfe bei Ängsten, Depressionen, Schmerzen, Traumata und anderen seelischen Problemen


Was ist Verhaltenstherapie?

Neben der Psychoanalyse und den tiefenpsychologisch-fundierten Therapieverfahren ist die Verhaltenstherapie eine von 3 in Deutschland durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie anerkannten Psychotherapieverfahren, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Das gilt allerdings nicht für die von Heilpraktikern für Psychotherapie erbachten Leistungen, die müssen in der Regel vom Klienten selbst bezahlt werden. Der wesentliche Unterschied zwischen Psychoanalyse und den tiefenpsychologisch-fundierten Therapieverfahren sowie der Verhaltenstherapie ist die Therapiedauer (siehe unten). Während für andere Therapieverfahren oft einhundert Sitzungen (oder mehr) benötigt werden und intensiv die Vergangenheit des Klienten beleuchtet wird, konzentriert sich die Verhaltenstherapie vor allem auf auf das Hier und Jetzt und auf das Erlernen, Ausprobieren und Training neuer Verhaltensmuster, die den Klienten unterstützen, seine Probleme und sein Leiden selbst in den Griff zu bekommen. Bei der Verhaltenstherapie reichen oft schon 15 bis 25 Sitzungen. In der modernen Verhaltenstherapie wird neben (oft unbewussten) Verhaltensmustern auch an den bewussten und unbewussten Gedanken (Kognitionen) und Glaubenssätzen gearbeitet, die beim Klienten Leid auslösen. Dieses Verfahren nennt man auch Kognitive Verhaltenstherapie.


Wie lange dauert eine Verhaltenstherapie?

Das kann man pauschal leider nicht sagen. Das hängt zum einen von der Art und Schwere des Leids/ der Erkrankung ab und natürlich vom Klienten selbst. Jedes psychische Leid ist sehr individuell, ebenso jede Lebensgeschichte die zur einer seelischen Erkrankung führt. Außerdem kommt es stark darauf an, wie oft und wie intensiv Klienten ihre therapeutischen Hausaufgaben erledigen (können). Viele Klienten, die sich für eine Verhaltenstherapie entscheiden, nehmen erst einmal 10-15 Sitzungen in Anspruch. Wenn Sie spüren, dass ihnen die Therapie hilft, kommen oft noch einmal 5-10 Sitzungen dazu. Bei vielen Krankheitsbildern startet man im wöchentlichen Rhythmus, danach reichen Sitzungen mit 2 oder 4 Wochen Abstand. Die Verhaltenstherapie ist somit sehr viel kürzer angelegt als die klassische Psychoanalyse (siehe oben). 

Die Verhaltenstherapie kann auch in der Paartherapie, der Familientherapie oder als Gruppentherapie eingesetzt werden. 


Muss ich bei der Verhaltenstherapie auf die Couch?

Nein, in der Verhaltenstherapie sitzen sich Klient und Therapeut entspannt gegenüber. Der Therapeut lenkt durch Fragen das Gespräch, hinterfragt Glaubenssätze, überprüft negative automatische Gedanken und unterstützt den Klienten sich neue, die Heilung unterstützende, Gedanken- und Verhaltensmuster anzueignen.


Wie ist der Ablauf einer Verhaltenstherapie?

Eine Verhaltenstherapie ist individuell auf den Klienten zugeschnitten, der Therapeut passt den Ablauf, die Methoden und die Geschwindigkeit an den Klienten an. Einige Klienten wollen eher schnell neue Konzepte trainieren, andere brauchen Zeit um "sich etwas von der Seele zu reden". Beide Wege sind in Ordnung, denn der Klient entscheidet über den Ablauf der Therapie mit.

Grundsätzlich können Sie bei einer Verhaltenstherapie den folgenden Ablauf erwarten:

  • Anamnese zum Kennenlernen und zur Erstellung einer (medizinischen) Diagnose
  • Ggf. Aufklärung über die vorliegende psychische Erkrankung und deren Ursachen
  • Beratung welche Therapieverfahren (siehe Absatz unten) eingesetzt werden können
  • Ggf. zusätzliche gesundheitliche Untersuchung durch den Hausarzt oder Spezialisten um eventuelle körperliche Ursachen einer psychischen Erkrankung auszuschließen
  • Besprechen des Ablaufes der aktuellen und der nächsten Sitzung(en)
  • Planen von Hausaufgaben, die der Klient zwischen den Sitzungen selbst durchführt
  • Besprechen der durchgeführten Hausaufgaben
  • Training neuer Gedankenmuster und Verhaltensweisen

Selbstverständlich können die oben genannten Punkte in der Reihenfolge und der Intensität variieren. Übrigens lässt sich Medizinische Hypnose wunderbar in die Verhaltenstherapie integrieren und beschleunigt häufig sogar den Heilerfolg.


Welche Verfahren gibt es in der Verhaltenstherapie?

Die Vielzahl der in der Kognitiven Verhaltenstherapie eingesetzten Verfahren ist sehr groß. Wichtig hierbei ist aber stets, dass das Verfahren zum Klienten passt und dass er sich dabei wohl fühlt. Zu den gängigen Verfahren der Verhaltenstherapie gehören unter anderem:

  • Konfrontationsverfahren wie In Senso/ In Vivo oder Reizüberflutung werden zum Beispiel bei Ängsten/ Phobien, Zwängen oder Panikstörungen eingesetzt.
  • Operante Verfahren wie Selbstsicherheitstraining, Kommunikationstraining oder Rollenspiele dienen dem Aufbau von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen und zur Stärkung der Selbst-Wirksamkeit.
  • In der Ressourcenarbeit analysieren,  besprechen und planen wir gemeinsam, welche Stärken Sie haben, was Sie gut können und was Ihnen Spaß macht. Dieses Verfahren kann Sie unterstützen Ihre Stärken zu stärken, Energiequellen zu finden, Ihr Selbstvertrauen zu verbessern und mehr Lebensfreude zu gewinnen.
  • Kognitive Verfahren sind zum Beispiel die Kognitive Therapie nach Aaron T. Beck, die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion nach Jon Kabat-Zinn oder auch die Kognitive Umstrukturierung.

Weitere Information zu den vielen Therapieverfahren finden Sie an anderen Stellen im Internet. Bei Fragen sprechen Sie mich bitte einfach gezielt hierzu an.


Bei welchen Erkrankungen kann die Verhaltenstherapie eingesetzt werden?

Da es in der Verhaltenstherapie sehr viele unterschiedliche Verfahren gibt, ist auch die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten sehr groß. Ob der Einsatz einer Verhaltenstherapie sinnvoll ist, entscheiden Klient und Therapeut gemeinsam. Nachfolgend finden Sie eine kleine Auflistung der möglichen Einsatzgebiete.

  • Abhängigkeit von Alkohol, Zigaretten oder anderen Drogen
  • Ängste/ Phobien
  • Burn-out
  • leichte Depressionen (mittelgradige und schwere Depressionen werden in der Regel stationär behandelt)
  • Essstörungen
  • Hochsensibilität
  • Psychosomatische Störungen wie zum Beispiel Chronische Kopfschmerzen oder Bluthochdruck
  • Schmerzen ohne ärztlichen Befund (psychosomatisch)
  • Sexualstörungen
  • Traumata oder die Posttraumatische Belastungsstörung PTBS
  • Zwangsstörungen

Hinweis: Die Verhaltenstherapie wird auch bei mittelgradigen und schweren Depressionen (nach ICD 10 der WHO), bei der Schizophrenie, bei der Bipolaren Störung oder bei Wahn eingesetzt. Allerdings werden diese Erkrankungen in der Regel stationär behandelt, bzw. erfordern zusätzlich eine medikamentöse Therapie. Als Heilpraktiker für Psychotherapie darf ich diese Erkrankungen nicht behandeln.


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